Was unser tschechischer Firmenbericht enthält
Unsere Tschechien-Berichte stützen sich auf Quellen wie das vom Justizministerium geführte Veřejný rejstřík (öffentliches Register), die vom Finanzministerium betriebene nationale Kennungsdatenbank ARES, die hinterlegte Sbírka listin (Urkunden- und Abschlusssammlung), Gerichtsakten, die Tschechische Nationalbank und die Prager Börse für börsennotierte Unternehmen sowie direkte Recherche vor Ort. Der Detailgrad eines Abschnitts hängt davon ab, was das geprüfte Unternehmen eingereicht hat und was zum Zeitpunkt der Suche öffentlich abrufbar ist. Die Ergebnisse werden aus dem Tschechischen übersetzt und in klarem Englisch dargestellt.
Identität & Registrierung
- ✓ IČO (Identifikační číslo osoby, Unternehmenskennung, 8-stellig)
- ✓ DIČ (Steuernummer, CZ + IČO)
- ✓ Rechtsform (s.r.o., a.s., k.s., v.o.s., družstvo)
- ✓ Gründungsdatum, CZ-NACE-Tätigkeitscode
- ✓ Eingetragener Sitz und Registergericht
- ✓ Status (aktiv, in Liquidation, gelöscht)
Personen & Eigentümer
- ✓ Jednatel (Geschäftsführer) oder představenstvo (Vorstand)
- ✓ Dozorčí rada (Aufsichtsrat, soweit bestellt)
- ✓ Společníci / akcionáři (Gesellschafter / Aktionäre) und Grundkapital
- ✓ Register der Skuteční majitelé (wirtschaftlich Berechtigte)
- ✓ Gruppe / Muttergesellschaft (soweit offengelegt)
Finanzen & Geschäftstätigkeit
- ✓ Účetní závěrka (Jahresabschluss) in der Sbírka listin
- ✓ Mehrjähriger Trend bei Umsatz, Gewinn & Bilanz
- ✓ Kurzbilanz vs. vollständige Gewinn- und Verlustrechnung (größenabhängig)
- ✓ Prüfungsurteil (soweit erforderlich)
- ✓ Risikoindikator und berechnetes Kreditlimit
Risiko & öffentliche Register
- ✓ Insolvenční rejstřík (Insolvenzregister)
- ✓ Verfahren der Reorganizace, konkurs & oddlužení (Sanierung, Konkurs & Entschuldung)
- ✓ Gerichtsurteile und exekuce-Einträge (Zwangsvollstreckung)
- ✓ Nespolehlivý plátce-Status (unzuverlässiger Umsatzsteuerzahler) (fallabhängig)
Hinweis zu tschechischen Daten: Das Insolvenční rejstřík (das nationale Insolvenzregister Tschechiens, ebenfalls vom Justizministerium geführt) wird in Echtzeit aktualisiert und ist die aktuellste Quelle für den Insolvenzstatus. Die von der Finanzverwaltung veröffentlichte Liste der Nespolehlivý plátce (unzuverlässige Umsatzsteuerzahler) entspricht dem Mechanismus der polnischen Umsatzsteuer-Whitelist: Zahlungen an unzuverlässige Umsatzsteuerzahler können eine gesamtschuldnerische Umsatzsteuerhaftung des Käufers auslösen.
Warum eine tschechische Firma prüfen?
Tschechien verfügt über ein leistungsfähiges Regime zur Unternehmenstransparenz, dessen Kern das Veřejný rejstřík (öffentliches Register) bildet, das vom Justizministerium über acht regionale Registergerichte verwaltet wird. Jede Kapitalgesellschaft ist mit Geschäftsführern, Gesellschaftern, Kapital und Gesellschaftsvertrag eingetragen, und jede s.r.o. und a.s. muss ihren Jahresabschluss (účetní závěrka) bei der verknüpften Sbírka listin (Urkundensammlung) einreichen. Das vom Finanzministerium betriebene ARES-System bietet eine landesweite Abfrage anhand der IČO (8-stellige Unternehmenskennung) und bündelt Register-, Steuer- und Statistikdaten.
Für die meisten Kredit- und Beschaffungsentscheidungen bei tschechischen Geschäftspartnern bilden Register- und Sbírka-listin-Daten zusammen eine solide Grundlage. Drei für Tschechien spezifische Aspekte sind hervorzuheben. Der erste ist das Insolvenční rejstřík, ein nationales Insolvenzregister in Echtzeit, das konkurs (Konkurs), reorganizace (Sanierung) und oddlužení (Entschuldung, überwiegend für Privatpersonen) erfasst; es ist die maßgebliche aktuelle Quelle für jedes Insolvenzereignis. Der zweite ist der Zuverlässigkeitsstatus Nespolehlivý plátce: Nach dem tschechischen Umsatzsteuergesetz können Zahlungen an einen gelisteten unzuverlässigen Umsatzsteuerzahler eine gesamtschuldnerische Umsatzsteuerhaftung des Käufers auslösen, weshalb die Prüfung des Umsatzsteuer-Zuverlässigkeitsstatus eine routinemäßige Vorsichtsmaßnahme ist. Der dritte ist die Größenklasse des Unternehmens: kleinere s.r.o.-Gesellschaften reichen einen verkürzten Abschluss ein, der keine Angaben zum Umsatz enthält.
Zu den Risikomustern, die wir in Tschechien-Berichten erkennen können, zählen Einträge im Insolvenční rejstřík; exekuce-Einträge (gerichtliche Zwangsvollstreckung), die auf Liquiditätsengpässe hindeuten; Nespolehlivý-plátce-Umsatzsteuermarkierungen; jüngste und wesentliche Wechsel des jednatel; die Nichteinreichung von Abschlüssen bei der Sbírka listin über die gesetzliche Frist hinaus; sowie Erklärungen zu den skuteční majitelé (wirtschaftlich Berechtigte), die veraltet sind oder fehlen. Jedes davon lässt sich klar feststellen und ist für eine Kredit-, Beschaffungs- oder Partnerschaftsentscheidung wesentlich.